Jennifer 
Foren Gott
 

Dabei seit: 30.12.2003
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| Geschichten, die die Welt nicht erleben möchte |
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Es folgt eine Kurzgeschichte - (falls mal irgendwer Langeweile haben sollte!) - die sich auf wahren Begebenheiten beruht!
| Zitat: |
Die Heimreise – ein Hoch auf die Bahn!
Ein kurzer Blick auf die Uhr verrät mir, es ist fünfzehn Uhr zehn. Genug Zeit um sich am Bahnhof ganz entspannt trotz Sonntags-Rückreiseverkehrs eine Fahrkarte zu organisieren. Denn der Zug geht erst um fünfzehn Uhr achtunddreißig.
Beim Betreten der Bahnhofshalle verwundert mich eine riesige Menschenschlange vor einem der Fahrkartenautomaten. Den Grund dafür mache ich schnell ausfindig. An dem anderen Fahrkartenautomaten befindet sich ein Schildchen mit der Aufschrift: "Defekt"!
Na gut, na schön. In diesem Bahnhof kenne ich mich aus. Neben dem Eingang zu den Schaltern, existiert schließlich noch ein Fahrkartenautomat, der Bargeld annimmt.
Dort gebe ich die Nummer meines Zielbahnhofes ein und erhalte die Aufforderung den Betrag von 9,10€ einzuwerfen. Ich nehme meinen 10€-Schein aus meiner Tasche und möchte ihn, in den dafür vorgesehenen Schlitz stecken.
Na nu? Was ist denn das? Da hat doch tatsächlich jemand den Schlitz mit Klebeband zugeklebt? Meine Augen schweifen umher und entdecken, einen Zettel, der umgekehrt am Automaten hängt. Ich drehe ihn um und sehe in rotem Filzschreiber die schönen Buchstaben: "DEFEKT"!
Ich riskiere einen Blick zu den Schaltern. Puh, dort muss ich ja ewig anstehen...! Also doch, an den am Anfang erwähnten Automaten gehen und einreihen!
Gedacht - getan.
Zum Glück sind hier nicht mehr ganz so viele Menschen und ich stehe an dritter Stelle.
Alle die vor mir stehen, rätseln, warum der Automat ihr Geld nicht annimmt. Ich kläre sie auf, dass der Automat sie auffordert, nur noch mit Hartgeld zu bezahlen und befürchte schlimmes. In mir macht sich trotzdem eine kleine Hoffnung breit: Vielleicht funktioniert es ja bei mir - es sind NUR 90 Cent, die der Automat wieder ausspucken soll...
NEIN! Der Automat besteht weiterhin darauf mit Münzen zu bezahlen - Schade, dass ich keine habe.
Ich schaue mich um. Beim Bäcker und in der Buchhandlung ist fast so viel los, wie an den Schaltern. Also, werde ich kein Geld umtauschen, sondern mir die Fahrkarte direkt am Schalter holen.
Die reihenförmige Menschenmasse vor den drei geöffneten Schaltern ist leider nicht weniger geworden. Ich stelle mich zu ihr und vertreibe die Zeit, indem ich durch die Gegend schaue. Dabei fällt mir auf, dass einige mir bekannte "vor-dem-defekten-Automaten-stehende" Gesichter in einen Nebenraum zwischen den Fahrkartenschalter und dem Service-Point verschwinden. Soweit ich von meiner Position aus um die Ecke linsen kann, erkenne ich nur einen Fahrkartenautomaten, bei dem man bargeldlos zahlen kann.
Neben der Überlegung, ob ich mir nicht doch mal eine Karte bei meiner Bank organisieren sollte, mit der auch ich bargeldlos Fahrscheine kaufen kann, stelle ich mir die Frage, ob ich die Position in meiner Wartereihe (vor mir hatte sich bisher noch nichts verändert, hinter mir hat sich noch ein junger Herr dazugesellt) aufgeben sollte, um eventuell neben dem bargeldlosen Automaten, doch noch einen zu entdecken, der meinen Wünschen entspricht.
Der Blick auf die Uhr bringt mich zu einer Entscheidung. Entweder stehe ich hier total genervt an, bis ich ohne ein Fahrticket bekommen zu haben zum Zug hetze oder ich stelle mich schlimmstenfalls gleich noch mal an bis ich ohne ein Fahrticket bekommen zu haben zum Zug hetze...
Ich verlasse, die Reihe. Der Typ hinter mir, macht den Eindruck, sich zu freuen, seinem Ziel etwas näher gekommen zu sein.
Ich nähere mich diesem oben genannten Nebenraum. MIST! Von weitem sehen diese Fahrkartenautomaten genauso aus, wie die, die ich im Moment nicht gebrauchen kann. Doch beim näheren Hinsehen, erkenne ich, dass diese Geräte zwar von der gleichen Bauart sind, aber zusätzlich einen Münzeinwurf und ein Scheinchenschlitz besitzen. Juchhu. Anscheinend haben nicht viele diese Automaten entdeckt. Ich stehe als zweite in der Reihe und helfe der Frau, die vor mir steht, ein Niedersachsenticket zu kaufen. Zum Glück geht das ganz schnell, da es direkt auf der ersten Touchscreenfläche zu den Ländertickets geht.
Nun bin ich dran. Freude kommt in mir auf.
Es gibt einen Button für "Fahrkarten, Reiseauskünfte und Reservierungen" und einen für "Ländertickets". Ich klicke auf den erstgenannten.
Es erscheint eine Oberfläche, bei der ich angeben soll, was ich brauche. Ich klicke auf "Fahrscheine"
Es erscheint erneut eine neue Oberfläche, bei der ich meinen Zielbahnhof eingeben soll. Die ersten beiden Buchstaben reichen aus, da erscheint er schon, links in einer Leiste und ich drücke auf diese Stelle.
Wieder erscheint eine neue Oberfläche. "Keine Bahncard" "1. Klasse" "2. Klasse" Ich wähle, 2. Klasse natürlich!! UPS! Im letzten Moment merke ich, dass ich übersehen hatte, dass sich die Frage darauf bezieht, für welche Klasse ich eine Bahncard habe.
Die neue Oberfläche ist geladen, links erscheint, dass ich auf der Bahncard der 2. Klasse fahre. Wo ist denn hier der "Zurück"-Button? Ich finde keinen! Also: "Abbruch"
Ich starte also noch einmal einen neuen Versuch. Der Anfang ist ja nun schnell gemacht, den kenne ich schon!
Dieses Mal gebe ich korrekterweise an, dass ich keine Bahncard besitze. Jetzt wird nach der Klasse gefragt: die zweite natürlich!
Es gibt wieder einmal eine neue Oberfläche. Ich soll angeben, wie viele Erwachsene eine Karte brauchen. Ich gebe die Eins ein. Jetzt sollte doch alles klar sein!
Es entsteht ein neues Feld. Wieder mal mit drei Buttons zur Auswahl! "Ohne ICE", "Ohne ICE und IR", "nur RE,RB,S"
- Pffff! So langsam reißt mein Geduldsfaden - bei den älteren Automaten, wird erstmal von den Otto-Normal-Fahrern ausgegangen und alles andere kann dazu gewählt werden, ist doch wesentlich einfacher! -... "nur RE,RB,S", etwas anderes hält eh nicht in meinem Zielbahnhof!
Eine neue Oberfläche erscheint auf dem Bildschirm. Es sind mehrere Verbindungen, die ich nutzen könnte, angezeigt! Dazu die Buttons "Drucken", "Abbruch" und andere.
Ich finde heraus, dass ich auf meine Wunschverbindung drücken muss, um weiterzukommen.
Eine neue Oberfläche entsteht "Reservieren", Fahrkarte"... (…)… FAHRKARTE!!! Innerlich raste ich aus, ein paar leise Flüche verlassen meine Lippen!
Ich schaffe es tatsächlich zu dem Punkt zu kommen, an dem Geld verlangt wird! Auf das Aufsaugen meiner 10€ erfolgt tatsächlich der Ausdruck meiner Fahrkarte. Geldstück für Geldstück spuckt der Automat langsam mein Wechselgeld aus. 20 Cent, 20 Cent, 20 Cent, 20 Cent, 10 Cent.
Genervt aber glücklich darüber, dass es "erst" fünfzehn Uhr zweiunddreißig ist, gehe ich zum Gleis.
Es erfolgt eine Durchsage, die mich darüber aufklärt, dass mein Zug wegen eines Triebschadens zwanzig Minuten Verspätung hat.
TOLL, TOLL, TOLL!!!
Ich schlendere noch einmal durch den Bahnhof und begebe mich wieder auf das Gleis. Der Zug fährt ein. Es ist fünfzehn Uhr sechsundvierzig. - Na, das geht doch noch!
In meinem Abteil, höre ich nur hier etwas Geraschel und dort mal ein kleines Stampfen. Keiner spricht. Ich schaue mich um. Eigentlich ist das Abteil gar nicht schlecht besetzt! Erstaunlich, dass keiner etwas sagt - aber irgendwie auch tierisch angenehm, sich mit so vielen Leuten einen Raum zu teilen und keine Gespräche über private Dinge, Lästereien, vorpubertäres Gequassel oder ähnliches zu hören. Wahrscheinlich, sind die meisten Leute ein wenig frustriert und reden deswegen nicht.
Ich entscheide mich, gegen die Musik auf meinem MP3-Player, um dem Schweigen lauschen zu können. Nur zwischendurch kommen zwei Leute rein, die sich bei ein paar Mitreisenden erkundigen, ob sie den richtigen Zug erwischt haben.
Es ist sechzehn Uhr dreizehn und der Zug fährt ab. Ich höre nur die Fahrgeräusche des Zuges und hier und da mal ein Husten oder ein rascheln. Nach circa zehn Minuten Fahrt telefoniert ein Mann mit einem Freund, nehme ich an. Er ruft überschwänglich laut in sein Telefon: "Hallo Dieter! Ja, die Bahn hat doch nur kaputte Züge, ich komme etwa zwanzig Minuten später an!" Ich habe das Gefühl, dass er nun ansetzen möchte, über die Bahn zu lästern und zwar so, dass es nicht nur Dieter, sondern das ganze Abteil mitbekommt. Stattdessen fragt er: "Dieter? Bist Du noch dran?" und er ist wieder still.
Ich denke bei mir, dass es auch ganz nützlich sein kann, wenn die Mobilnetze noch nicht so flächendeckend verteilt sind, denn es bleibt ruhig.
An den nächsten Haltestellen steigen schweigend ein paar Leute aus und andere ein.
Kurz vor meinem Zielhaltebahnhof höre ich wieder eine Stimme: "Die Fahrscheine, bitte!" Ich halte der nicht besonders motiviert-aussehenden Zugbegleiterin meinen Fahrschein hin. Sie entreißt ihn meiner Hand stempelt ihn ab und gibt ihn mir wieder.
Bei den anderen Mitreisenden spielt sich dieses Szenario ähnlich ab.
Beim Aussteigen frage ich mich: Nachdem es so viele Einsparungen im Service der Bahn gibt und ich es selten erlebe, dass meine Fahrkarte geprüft wird - ist diese Zugbegleiterin nur taktisch eingesetzt worden, um den Menschen dem anstrengendem Ticketkauf doch einen Sinn zu geben oder soll sie einfach noch den Leuten Geld abknöpfen, die es nicht geschafft haben, rechtzeitig ein Fahrticket zu ergattern?
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__________________ "Blubb", sagte der Hase und kotzte bis er starb.
Der frühe Vogel fängt das Mettbrötchen!!
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